Monatsarchiv: Juli 2012

Die maritimen Schwarzbären sind in See gestochen

Das E-Book über Schiffskatzen der letzten Jahrhunderte nun auf amazon

Schiffskatzen sind seit der Antike fester Bestandteil der Mannschaften. Über das persönliche Verhältnis der Seeleute zu ihren Schiffskatzen weiß man allerdings bis zur Neuzeit nur wenig. Erst seit den Entdeckungsfahrten der Naturforscher des 18./19. Jahrhunderts werden einzelne Schiffskatzen auch namentlich genannt. Bewusst habe ich in diesem Büchlein die verhältnismäßig weit verbreiteten Geschichten der eindrucksvollen Katzenhelden wie Trim, Oskar oder Simon weggelassen. Die finden Sie in anderen meiner Publikationen, wie dem Ende 2012 erscheinenden Forscher, Katzen und Kanonen.

Dafür treffen Sie in der Schwarzbärflotte unter anderem den Fischkater Puddles und Vielzehenkatzen oder Sie erleben mit, wie die ersten Samtpfoten ihre Tatzen auf den Boden Neuseelands setzten.

Dieses Buch widmet sich vor allem den wahren Geschichten der meist namenlosen Schiffskatzen vergangener Jahrhunderte. Da geht es um das Schicksal schiffbrüchiger Katzen, um Katzen auf Forschungsreise und nicht zuletzt um die besonderen Gefahren, die den Katzen der Schwarzbärflotte (was es damit auf sich hat, erfahren Sie natürlich auch) drohten.

Am Ende schließlich gibt es als Leseprobe noch einen Auszug aus dem ersten Teil der Rotbartsaga, einem historischen Katzenroman aus meiner Feder, die das Leben des fiktiven legendären Schiffskaters Rotbart im Dienste der holländischen Handelskompanien des 17. Jahrhunderts beschreibt.

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James Cook und die Entdeckung der Südsee

[. . . ]Die Forschungsreisen des James Cook und seiner wissenschaftlichen Begleiter haben . . . nicht nur die Lebensweisen der Menschen im pazifischen Raum radikal verändert. Der dort folgenden Missionierung, Kolonisierung, Entmündigung und kulturellen Entfremdung als Konsequenz für die indigene Bevölkerung stand die Veränderung des abendländischen Weltbildes im Zeichen aufklärerischer Fortschrittsgläubigkeit, mithin der Aufbruch in die europäische Moderne gegenüber.

Cooks Reisen als Initialzündung der wissenschaftlichen Welteroberung

[ . . . ] Die wissenschaftliche Bedeutung und die das europäische Weltbild grundlegend verändernden Ergebnisse der Reisen drückten sich vor allem in den ersten systematischen und verlässlichen Kartenwerken, den frühesten umfassenden Studien zum geologischen Aufbau der pazifischen Inseln und zu ihrer Flora und Fauna aus. Und nicht zuletzt war es auch die intensive schriftlich und bildlich genauestens dokumentierte Begegnung mit den Menschen, den Kulturen „am anderen Ende der Welt“, die letztendlich auch die Grundlage für Darwins Reisen, Entdeckungen und Erkenntnisse gelegt hatte.

Im Auftrag der Wissenschaft

[ . . . ] James Cook . . . war nicht einfach auf gut Glück in die Weiten des Pazifik gesegelt, er hat für jede seiner Reisen konkrete Aufträge von der Royal Society, der weltweit führenden naturforschenden Gesellschaft jener Zeit, erhalten. So führte die erste Reise 1768 – 1771 zunächst nach Tahiti, um dort eines von weltweit 76 geplanten Observatorien zur Beobachtung des sogenannten Transits der Venus zu errichten. Neuseeland und Teile Australiens wurden kartographiert und die mitreisenden Botaniker Sir Joseph Banks und Daniel Solander konnten neben herausragenden wissenschaftlichen Entdeckungen das erste von Europäern gesichtete Känguru beobachten, das ebenso wie die anderen Entdeckungen vom Maler Sydney Parkinson dokumentiert wurde.

Der Anfang der Welten der „edlen Wilden“

[ . . . ] James Cook und seinem internationales Forscherteam war durchaus bewusst, welche Folgen das Auftauchen der Europäer im pazifischen Raum nach sich ziehen könnte. Und als ein Beleg für die Ernsthaftigkeit, die die Forscher bei der Auseinandersetzung mit den entdeckten Kulturen vor allem im Gegensatz zu den folgenden europäischen Kolonialkräften an den Tag legten, mag jene Formulierung Georg Forsters gelten: „Es ist Unglücks genug, dass alle unsre Entdeckungen so viel unschuldigen Menschen haben das Leben kosten müssen. So hart das für die kleinen ungesitteten Völkerschaften seyn mag, welche von den Europäern aufgesucht worden sind, so ists doch wahrlich nur eine Kleinigkeit im Vergleich mit dem unersetzlichen Schaden, den ihnen diese durch den Umsturz ihrer sittlichen Grundsätze zugefügt haben.“

Die Textauszüge stammen aus dem Aufsatz James Cook und die Entdeckung der Südsee in Kulturgeschichtliche Aspekte zur Schifffahrt des 16. bis 19. Jahrhunderts

Abbildung: der einheimische Führer und Dolmetscher Bungaree aus der Gegend um Sydney fuhr mit Matthew Flinders auf dessen Entdeckungsreisen um Australien. Nach Flinders begleitete Bongaree (oder Bungaree) noch weitere Expeditionen und wurde schließlich zum schwarzen Original von Sydney.

Mehr zu Flinders Reisen in Forscher, Katzen und Kanonen

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Die Schiffe der Entdecker – echte Raumwunder


Endeavour(1768); Bark
Lightley, Robert A., Deptford, London, England; Circa 1973
© National Maritime Museum Collections

Das Modell der HMS Endeavour des James Cook zeigt die beengten Verhältnisse an Bord der Forschungsschiffe. Der Modellbauer hat das Schiff vollständig mit Ladung und Mannschaft – entsprechend der vorliegenden Musterrollen – ausgestattet. Für einen besseren Einblick in die Räumlichkeiten des Schiffsinneren hat er einen Teil der Ladung und einen großen Teil der Mannschaft vor dem Schiff aufgebaut. Figuren und Gegenstände im und auf dem Modell lassen die Größenverhältnisse deutlich werden. Wer dieses Bild betrachtet mag einmal versuchen, sich vorzustellen, was eine jahrelange Forschungsreise mit Wochen oder gar Monaten auf See für das Leben an Bord bedeutete.

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Triumphe der Naturwissenschaften

die Beute der Entdecker

Landing the Treasures, or Results of the Polar Expedition!!! (caricature)
Cruikshank, George, 18 January 1819
© National Maritime Museum Collections

Forschungsreisen waren vor allem im 18. und 19. Jahrhundert Gegenstand großen öffentlichen Interesses in Europa. Die Reiseberichte der Entdecker gehörten zu den Bestsellern jener Zeit. Dabei ging es nicht nur um die Abenteuer, sondern auch um die Beute die die Entdecker aus den fernen Ländern in Form von Schätzen oder kuriosen Lebewesen mitbrachten und der erstaunten Öffentlichkeit vorstellten. So manche Präsentation der in den neu entdeckten Regionen der Welt zusammengesammelten wissenschaftlichen Schätze, die mehrere zehntausend Stücke an Ethnografika, Pflanzen- und Tierpräparaten oder auch lebendigen Exemplaren umfassen konnten, glich einem Triumphzug der Naturwissenschaften. Kein Wunder, dass solche Zurschaustellungen nationaler naturwissenschaftlicher Leistungsfähigkeit auch Gegenstand von Karikaturen wurde.

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James Cooks Schiffbruch

Repairing of Capt Cook’s Ship in Endeavour River (Cook’s first voyage)
© National Maritime Museum Collections

Dieser Druck zeigt James Cooks Forschungsschiff HMS Endeavour wie sie am Strand des Endeavour River repariert wird. Deutlich zu erkennen, was für eine aufwändige Angelegenheit das war. Anker, Ladung, Seile mussten von Bord gebracht werden, und das Schiff zu erleichtern. Erst dann konnte es mithilfe von an den Masten befestigten Flaschenzügen auf die Seite gelegt werden, um den Unterboden zu inspizieren und zu reparieren. Der Bau einer Lagerhalle war erforderlich, um die Vorräte vor Regen zu schützen. Immerhin dauerte die Reparaturaktion mehrere Wochen, die Cook dazu nutzte, das umliegende Land und den unbekannten Fluss zu erforschen.
Vorangegangen war dieser Aktion folgendes Ereignis:

„10. Juni 1770: innerhalb weniger Minuten steigt der Meeresboden von gut 38 auf knapp 15 Meter Tiefe an. Die Gesellschaft unterbricht das Essen und Cook befiehlt „Alle Mann auf Station“. Kurze Zeit später werden wieder mehr als 36 Meter gemessen, die Herrschaften sind beruhigt und begeben sich zu Bett. Kurz vor 23 Uhr steigt der Meeresboden wieder rapide an und bevor reagiert werden kann, geht ein harter Ruck durch das Schiff, die Endeavour sitzt fest und die Gentlemen stürmen ebenso wie die Mannschaft wieder an Deck. Sofort werden Boote ausgesetzt und die Situation untersucht. Die Lage ist verzweifelt. Das Expeditionsschiff ist – knapp 40 Kilometer von der Küste entfernt – in die Kuhle eines Riffs geraten und wird durch den Seegang gegen dessen scharfe Kanten geschleudert.“ (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen).

Tatsächlich wäre die Expedition an dieser Stelle beinahe zu Ende gewesen, denn das Schiff hing nicht nur am Riff fest, sondern war dermaßen beschädigt, dass es bei seiner Befreiung binnen kürzester Zeit zu sinken drohte. Im Buch Forscher Katzen und Kanonen erzählt der Autor die ganze Geschichte der Havarie und wie es dazu kam, dass die Endeavour am Ende doch in der mehr als 40 Seemeilen entfernten Flussmündung auf Land gesetzt und repariert werden konnte.

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Mit Darwin zu den Galapagosinseln segeln

Naturkunde-Show im LWL-Planetarium

Mit der HMS Beagle um die Welt segeln im LWL-Planetarium. Foto: Mirage 3D

Münster (lwl-Pressetext). Mit Darwin auf eine Reise zu den Galapagosinseln gehen, Überraschungen erleben und über die Mechanismen der Evolution staunen – das ist möglich in der neuen Ferienshow im LWL-Planetarium in Münster.

Noch bis zum 19.September zeigt das Planetarium im Naturkundemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) täglich außer montags jeweils um 17 Uhr die neue Show „Rätsel des Lebens – Darwins große Reise“. Die Naturkunde-Show, in der keine Astronomie, dafür aber umso mehr Naturkunde vorkommt, ist für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren gleichermaßen geeignet.

Der blaufüßige Tölpel ist für Charles Darwin ebenso amüsant, wie für die Zuschauer der Naturkundeshow im Planetarium. Foto: Mirage 3D

Mehrfach ausgezeichnet ist die Produktion „Rätsel des Lebens – Darwins große Reise“ einer niederländischen Animationsfirma. Das rasante und abwechslungsreiche Programm dauert rund 45 Minuten. Die Zuschauer folgen dem berühmten Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) bei seiner abenteuerlichen Expeditionsreise, die ihn an Bord des Forschungsschiffs „Beagle“ auf die andere Seite der Welt führt. Mit heiteren Zwischenstücken ist zu erleben, wie Charles Darwin die Beobachtungen machte, die später Grundlage seiner Evolutionstheorie wurden. Die Show ist bis ins Detail authentisch und mit einem Soundtrack unterlegt, der größtenteils eigens für diese Show komponiert wurde.

zur Museumshomepage

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Flinders Schiffbruch

Loss of the Porpoise & Cato 200 miles from land

E, W © National Maritime Museum Collections

„Es war die HMS Porpoise, mit der Flinders und ein großer Teil der Besatzung die Rückreise nach England angetreten hatte, weil das alte Expeditionsschiff Investigator nach einer Inspektion in Sydney als nicht mehr einsatzfähig galt. Am 17. August 1803 geriet die Porpoise auf ein Riff der Cato’s Bank. Diese Havarie war für das Schiff nicht so glimpflich ausgegangen wie die von Kapitän Cooks Endeavour. Kapitän, Mannschaft und der tapfere Trim, der Flinders und seinem Leuten natürlich auf die Porpoise gefolgt war, mussten miterleben, wie das Schiff in der Nacht auf dem Riff auseinanderbrach.“ (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen)

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Maori in Deutschland

Das Linden-Museum Stuttgart zeigt von 1. April bis 14. Oktober 2012 die Sonderausstellung „Maori: Die ersten Bewohner Neuseelands“.

Rugby machte den Maori-Tanz Haka international bekannt, Tätowierungen nach Anregung des Maori Moko sind heute weltweit beliebt. Die Maori – erste Entdecker und Besiedler Neuseelands – stellen heute 15 % der Bevölkerung und sind mit Selbstbewusstsein dabei, auch ihre traditionellen Werte und Ausdrucksformen zum selbstverständlichen Teil der Gesellschaft werden zu lassen.

Die Ausstellung lädt ein, die Welt der Maori im 21. Jahrhundert zu entdecken und sich mit ihren Konzepten von Mana und Tabu, von Vergangenheit und Gegenwart auf eine Reise zu begeben: Zu den waka – den mythischen Booten der ersten Entdecker, zu den marae – den zentralen Versammlungsorten und –häusern, zu den whakapapa – den Genealogien der großen Stämme und kleineren Gemeinschaften, und zu den taonga, den Objekten der Ahnen, denen Kraft und Leben zugeschrieben wird. Zur Ausstellung im Lindenmuseum.

Foto: Maori-Künstler George Nuku, Foto: Krijn van Noordwijk, Copyright: Museum Volkenkunde Leiden

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