Monatsarchiv: Januar 2015

Lady Nelson, ein australischer Kolonialschoner

Der umgebaute Kolonialschoner „Lady Nelson“ aus Sydney war auf Befehl der britischen Admiralität dem Kommando Matthew Flinders zur Erkundung der australischen Küste unterstellt worden.

Mit ihren etwa 75 Tonnen Wasserversdrängung hatte das rund 17 Meter lange und gut 5 Meter breite Schiff einen Tiefgang von kaum zwei Metern. Eigentlich ideal für flache Gewässer, wäre die Landy Nelson dadurch nicht gleichzeitig so windempfindlich gewesen und schnell abgedriftet. Gerade für solche Fälle waren dem kleinen Schiff aber drei Senkkiele eingebaut worden, die den Kurs des Schiffes bei ausreichender Wassertiefe stabil halten sollten. Wurden die Gewässer flacher, konnten die drei zwischen einem und zwei Meter langen Kiele, die in der Mitte des Schiffes hintereinander in Senkkästen angeordnet waren, hochgezogen werden. [Am Modell lassen sich die Schlitze der Kästen in der Decksmitte zum Einstecken der Senkkiele gut erkennen.] Das war eine ganz moderne Einrichtung in jener Zeit. John Schanck, ein technisch begabter Navy-Leutnant hatte diese Idee erst im Jahre 1783 der Admiralität vorgetragen. Die war überzeugt und bereits wenige Jahre später waren Schancks Senkkiele auch in größerern Schiffen der Navy zu finden. Und auch, wenn die Landy Nelson den Anforderungen Flinders nicht gerecht werden konnte, hatte auch sie ihren historisch wichtigen Teil zur Erkundung der australischen Küste geleistet. (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen)

Lady Nelson (1799); Passenger vessel; Brig

Modellbauer unbekannt circa 1799

Foto © National Maritime Museum Collections

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