Schiffe

Lady Nelson, ein australischer Kolonialschoner

Der umgebaute Kolonialschoner „Lady Nelson“ aus Sydney war auf Befehl der britischen Admiralität dem Kommando Matthew Flinders zur Erkundung der australischen Küste unterstellt worden.

Mit ihren etwa 75 Tonnen Wasserversdrängung hatte das rund 17 Meter lange und gut 5 Meter breite Schiff einen Tiefgang von kaum zwei Metern. Eigentlich ideal für flache Gewässer, wäre die Landy Nelson dadurch nicht gleichzeitig so windempfindlich gewesen und schnell abgedriftet. Gerade für solche Fälle waren dem kleinen Schiff aber drei Senkkiele eingebaut worden, die den Kurs des Schiffes bei ausreichender Wassertiefe stabil halten sollten. Wurden die Gewässer flacher, konnten die drei zwischen einem und zwei Meter langen Kiele, die in der Mitte des Schiffes hintereinander in Senkkästen angeordnet waren, hochgezogen werden. [Am Modell lassen sich die Schlitze der Kästen in der Decksmitte zum Einstecken der Senkkiele gut erkennen.] Das war eine ganz moderne Einrichtung in jener Zeit. John Schanck, ein technisch begabter Navy-Leutnant hatte diese Idee erst im Jahre 1783 der Admiralität vorgetragen. Die war überzeugt und bereits wenige Jahre später waren Schancks Senkkiele auch in größerern Schiffen der Navy zu finden. Und auch, wenn die Landy Nelson den Anforderungen Flinders nicht gerecht werden konnte, hatte auch sie ihren historisch wichtigen Teil zur Erkundung der australischen Küste geleistet. (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen)

Lady Nelson (1799); Passenger vessel; Brig

Modellbauer unbekannt circa 1799

Foto © National Maritime Museum Collections

Kategorien: Schiffe | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Walfangboote für die Charles W. Morgan

Walboote Spezialisten für Jagd und Expeditionen

Walfang_zwischen_1856_und_1907Wir kennen sie aus den Beschreibungen in Herman Melvilles „Moby Dick“, die pfeilschnellen Walboote, mit denen die Männer der Pequod Jagd auf den Weißen Wal machten. Auch die Charles W. Morgan, das Walfangschiff von 1841 das heute im Mystic Seaport, dem historischen Schifffahrtsmuseum am Mystic River, zu bewundern ist, hatte solche speziell für den Walfang konstruierten und perfektionierten Boote an Bord. Weiterlesen

Kategorien: Schiffe | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

Wie weit schießt ein 32-Pfünder?

Eine Fußnote, wie sie (nicht) im Buche steht

Canon_en_batterie_au_poste_de_rade-Morel_Fatio-img_3163Nobody is perfect, das gilt auch für Bücher, deren Autoren und Lektoren. Und so haben sich auch in mein jüngstes Werk aus dem Berliner Vergangenheitsverlag ein paar „Schnitzer“ eingeschlichen. Im Grunde ist es ja unüblich, dass ausgerechnet ein Autor auf die Fehler in seinem Buch aufmerksam macht. Aber ich habe nicht umsonst diesen Blog als virtuellen FußnotenXXL-Anhang ins Leben gerufen, denn ich verstehe „Forscher, Katzen und Kanonen“ nicht als publizistische Konserve, sondern als Teil eines Gesamtprojektes, dass auch auf die Kommunikation zwischen mir und den Lesern und die thematische Weiterentwicklung und Diskussion ausgerichtet ist. Weiterlesen

Kategorien: Schiffe | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare

Das Tongiaki, das Reiseboot der Polynesier

Über viele Jahrhunderte hinweg segelten die Polynesier mit 10 – 20 Meter langen Doppelrumpfbooten, die aber im Einzelfall auch bis zu 30 oder 40 Meter Länge erreichen konnten, im Pazifik umher. Immerhin umfasste der „Siedlungsraum“ der besten Seefahrer der Geschichte rund 50 Millionen Quadratkilometer und die Strecken, die bei den Fahrten zurückgelegt wurden erreichten bis zu 2000 Kilometer. Weiterlesen

Kategorien: Entdeckungen, Schiffe | Schlagwörter: , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Batavia, ein holländisches Retourschiff des 17. Jahrhunderts

Schiffen wie der Batavia, einem holländischen Ostindienfahrer, haben die Holländer des 17. Jahrhunderts ihre Monopolstellung im Ostindienhandel zu verdanken. Den Holländern als Nation war es zwar letztendlich nicht gelungen, ein durch Kriegsflotten gestütztes Kolonialreich wie die Briten oder die Franzosen zu errichten, die Vereinigte Ostindische Handelskompagnie hatte es jedoch geschafft, zumindest im 17. Jahrhundert einen überseeischen Kolonialbesitz zu erobern und militärisch und administrativ abzusichern. Weiterlesen

Kategorien: Schiffe, Wirtschaft/Politik | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Schiffe der Entdecker – echte Raumwunder


Endeavour(1768); Bark
Lightley, Robert A., Deptford, London, England; Circa 1973
© National Maritime Museum Collections

Das Modell der HMS Endeavour des James Cook zeigt die beengten Verhältnisse an Bord der Forschungsschiffe. Der Modellbauer hat das Schiff vollständig mit Ladung und Mannschaft – entsprechend der vorliegenden Musterrollen – ausgestattet. Für einen besseren Einblick in die Räumlichkeiten des Schiffsinneren hat er einen Teil der Ladung und einen großen Teil der Mannschaft vor dem Schiff aufgebaut. Figuren und Gegenstände im und auf dem Modell lassen die Größenverhältnisse deutlich werden. Wer dieses Bild betrachtet mag einmal versuchen, sich vorzustellen, was eine jahrelange Forschungsreise mit Wochen oder gar Monaten auf See für das Leben an Bord bedeutete.

Kategorien: Schiffe | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: