Beiträge mit dem Schlagwort: Flinders

21. Dezember 1801 Flinders erkundet den King George Sound

768px-KGSAls Flinders im Dezember 1801 für rund einen Monat im Princess Royal Harbour des King George Sound vor Anker ging, da war keine Rede von Weltuntergang. Und so verlief auch damals der 21. Dezember verhältnismäßig routinemäßig. Zugegeben, das Wetter an der Südküste Westaustraliens war nicht berauschend. Leichter Wind und Wolken herrschen an diesem Tag vor. Und so konnten – wie bereits in den Wochen zuvor – Reparaturarbeiten am Schiff vorgenommen werden. Weiterlesen

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Katzen an Bord

über Trim und seine Kollegen

Diese 2006 errichtete Trim-Skulptur steht in Flinders Geburtsort Donington, Lincolnshire, Großbritannien. Foto: Rodney Burton (CC 2.0)

Diese 2006 errichtete Trim-Skulptur steht in Flinders Geburtsort Donington, Lincolnshire, Großbritannien. Foto: Rodney Burton (CC 2.0)

im Buch Forscher, Katzen und Kanonen spielt der Schiffskater Trim des Kapitän Flinders aus gutem Grunde eine wichtige Rolle. Trim war dem Umrunder Australiens seit seiner Zeit als Offiziersanwärter ein ständiger und vertrauter Begleiter. Und was ganz ungewöhnlich für einen Kapitän der Royal Navy ist, er hat seinem Gefährten eine liebevolle und humorige Biografie gewidmet.

So viel Ehre wurde sicherlich nur wenigen Schiffskatzen zuteil, andererseits finden sich unter den samtpfotigen Seeleuten sogar offizielle Ordensträger. Vor allem im ersten und zweiten Weltkrieg machten die vierpfotigen able seamen der Navy von sich reden.

Aber schon seit dem 3. Jahrtausend vor unsrere Zeit ist der Einsatz von Schiffskatzen überliefert. Und an Bord der Kauffahrer und Kriegsschiffe verbreiteten sich die domestizierten Samtpfoten am Ende über die ganze Welt. Auch in der Antike war die Schiffskatze ein fester Mannschaftsbestandteil und sie blieb es über die Jahrtausende bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts. Die schmale Planke, die das Schiff im Hafen mit dem Land verbindet, heisst noch heute Katzensteg.

Lesen sie hier den Artikel über die Geschichte der seefahrenden Katzen im History Magazin.

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Lady Nelson, ein australischer Kolonialschoner

Der umgebaute Kolonialschoner „Lady Nelson“ aus Sydney war auf Befehl der britischen Admiralität dem Kommando Matthew Flinders zur Erkundung der australischen Küste unterstellt worden.

Mit ihren etwa 75 Tonnen Wasserversdrängung hatte das rund 17 Meter lange und gut 5 Meter breite Schiff einen Tiefgang von kaum zwei Metern. Eigentlich ideal für flache Gewässer, wäre die Landy Nelson dadurch nicht gleichzeitig so windempfindlich gewesen und schnell abgedriftet. Gerade für solche Fälle waren dem kleinen Schiff aber drei Senkkiele eingebaut worden, die den Kurs des Schiffes bei ausreichender Wassertiefe stabil halten sollten. Wurden die Gewässer flacher, konnten die drei zwischen einem und zwei Meter langen Kiele, die in der Mitte des Schiffes hintereinander in Senkkästen angeordnet waren, hochgezogen werden. [Am Modell lassen sich die Schlitze der Kästen in der Decksmitte zum Einstecken der Senkkiele gut erkennen.] Das war eine ganz moderne Einrichtung in jener Zeit. John Schanck, ein technisch begabter Navy-Leutnant hatte diese Idee erst im Jahre 1783 der Admiralität vorgetragen. Die war überzeugt und bereits wenige Jahre später waren Schancks Senkkiele auch in größerern Schiffen der Navy zu finden. Und auch, wenn die Landy Nelson den Anforderungen Flinders nicht gerecht werden konnte, hatte auch sie ihren historisch wichtigen Teil zur Erkundung der australischen Küste geleistet. (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen)

Lady Nelson (1799); Passenger vessel; Brig

Modellbauer unbekannt circa 1799

Foto © National Maritime Museum Collections

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Logbucheintrag zum Weihnachtsfest

Weihnachten mit Sturm und Rum

Die Resolution und Adventure in der Matavi Bay

Die Resolution und Adventure in der Matavi Bay

Keine Frage, auch die Forschungsreisenden der christlichen Seefahrt der vergangenen Jahrhunderte hatten ihre „betrieblichen Weihnachtsfeiern“. Denn oft genug waren sie – während ihre Landsleute daheim besinnlich der Geburt ihres Religionsstifters gedachten – am anderen Ende der Welt unterwegs, in unbekannten Gewässern und mit viel Glück sogar in einem sicheren Hafen. Ein wenig anders als in der Heimat gestalteten sich die Festlichkeiten jedoch schon, wie die Log- und Tagebücher der Seeleute und Reisenden des 18. und 19. Jahrhunderts preisgeben. Weiterlesen

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Timekeeper von Cook bis Flinders

Reisen britischer Marinechronometer

Marine chronometer. ZAA0111

Kendall, Larcum
Greenwich, London, England; 1774
© National Maritime Museum Collections

Im Juni 1765 wurde der Uhrmacher Kendall von der britischen Längengradkommission zu einem der sechs Experten ernannt, die die Vorstellung der vierten Version von John Harrisons Marine-Chronometer bezeugen und begutachten sollten. Im Laufe dieser Beratungen beschloss die Kommission, Harrisons Timekeeper H(arrison)4 von Kendall nachbauen zu lassen. Der Pionier der Marine-Chronometer, John Harrison, stimmte dem Vorschlag zu. Weiterlesen

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Wie weit schießt ein 32-Pfünder?

Eine Fußnote, wie sie (nicht) im Buche steht

Canon_en_batterie_au_poste_de_rade-Morel_Fatio-img_3163Nobody is perfect, das gilt auch für Bücher, deren Autoren und Lektoren. Und so haben sich auch in mein jüngstes Werk aus dem Berliner Vergangenheitsverlag ein paar „Schnitzer“ eingeschlichen. Im Grunde ist es ja unüblich, dass ausgerechnet ein Autor auf die Fehler in seinem Buch aufmerksam macht. Aber ich habe nicht umsonst diesen Blog als virtuellen FußnotenXXL-Anhang ins Leben gerufen, denn ich verstehe „Forscher, Katzen und Kanonen“ nicht als publizistische Konserve, sondern als Teil eines Gesamtprojektes, dass auch auf die Kommunikation zwischen mir und den Lesern und die thematische Weiterentwicklung und Diskussion ausgerichtet ist. Weiterlesen

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Forschungsreisende haben Flagge gehisst

Die vollständige Story von Schiffskater Trim ist mit an Bord

Mit der Korrektur und Rücksendung der ersten Korrekturfahne zu Forscher, Katzen und Kanonen ist ein wichtiger Schritt zum pünktlichen Erscheinen meines Buches etwa Ende Oktober 2012 getan. Immerhin zeigt die Fahne den im Prinzip fertigen Satz und das Layout, Seite für Seite so, wie es schließlich als gedrucktes Buch erscheinen soll.

Korrekturen beziehen sich nun vor allem auf mögliche Satzfehler, die Position der Bilder, falsche Seitenumbrüche, gegebenenfalls Trennfehler und eben all das, was beim Setzen von Text und Bildern schief gehen kann. Selbstverständlich wird dabei auch noch einmal der Text auf im lektorierten Manuskript übersehene Schreib- und Grammatikfehler überprüft.

Ein Geheimnis wird gelüftet

Und nun, da auf jeden Fall der endgültige Inhalt des Buches feststeht, darf ich auch ein kleines Geheimnis verraten: Im Anhang des Buches ist die vollständige Originalstory von Matthew Flinders Schiffskater Trim, so wie sie der Kapitän der Investigator Anfang des 19. Jahrhunderts niedergeschrieben hat, in voller Länge und – soweit ich weiß erstmals – in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Zum Hintergrund der Geschichte hier ein Auszug aus dem Kapitel „Katzen an Bord“:

„Flinders, der 1801 erstmals den australischen Kontinent umrundete und dessen Küstenlinie größtenteils kartografierte, hat seinem treuen Reisebegleiter mit „A Biographical Tribute of Trim“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Diese Geschichte einer mutigen Schiffskatze ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Für einen Seemann jener Zeit – zumal Marineoffizier – ist es sehr ungewöhnlich, persönliche Gefühle preiszugeben und insofern wird der große Entdecker durch die Story von Trim für den Leser auch zu einem ganz normalen, fassbaren Menschen. Die Geschichte gibt aber auch Einblicke in das Leben und Arbeiten an Bord eines Forschungsschiffes jener Zeit. Und nicht zuletzt wird deutlich, warum Katzen an Bord nicht nur als Mäuse und Rattenjäger wichtig waren.

Natürlich hat die Story über das innige Verhältnis eines Kommandanten zu seinem Kater nichts in den offiziellen Berichten verloren. Flinders hat die Trim-Memoiren als Briefe an seine Frau nach seiner letzten Reise in französischer Gefangenschaft geschrieben. Bis 1977 waren die Briefe in den Archiven des britischen National Maritime Museum in Greenwich vergraben, dann wurde die Story erstmals in der Literaturzeitschrift Overland veröffentlicht. Besonders in Australien hat der schwarze Kater mit dem weißen Fleck auf der Brust und den weißen Pfoten großen Eindruck hinterlassen.

1996 wurde vor der State Library of New South Wales in Sydney eine Statue des coolen Katers errichtet und auf einer Gedenkplakette stehen die ersten Zeilen des Textes, den sich Flinders für ein Denkmal seines treuen Gefährten gewünscht hatte.

Flinders’ Trim-Biografie ist hinsichtlich des Themas Schiffskatzen, aber auch in Bezug auf die Forschungsreisen des 18. und 19. Jahrhunderts einzigartig. Sie stellt das Bindeglied zwischen wissenschaftlich-kulturgeschichtlicher und menschlicher Ebene dar. Deshalb wird der mutige Schiffskater in diesem Buch immer mal wieder auftauchen und uns in die Geheimnisse des Lebens an Bord eines Schiffs der großen Forschungsreisen einführen.“

Gedenktafel für den legendären Schiffskater Trim, vor der State Library von New South Wales. Foto: J. Brew

Das Buch Forscher, Katzen und Kanonen können Sie bereits jetzt auf Amazon vorbestellen.  Und wenn Sie sich eine Ausgabe der ersten Auflage sichern möchten, dann sollten Sie das auch tun.

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Flinders Schiffbruch

Loss of the Porpoise & Cato 200 miles from land

E, W © National Maritime Museum Collections

„Es war die HMS Porpoise, mit der Flinders und ein großer Teil der Besatzung die Rückreise nach England angetreten hatte, weil das alte Expeditionsschiff Investigator nach einer Inspektion in Sydney als nicht mehr einsatzfähig galt. Am 17. August 1803 geriet die Porpoise auf ein Riff der Cato’s Bank. Diese Havarie war für das Schiff nicht so glimpflich ausgegangen wie die von Kapitän Cooks Endeavour. Kapitän, Mannschaft und der tapfere Trim, der Flinders und seinem Leuten natürlich auf die Porpoise gefolgt war, mussten miterleben, wie das Schiff in der Nacht auf dem Riff auseinanderbrach.“ (Textauszug aus Forscher, Katzen und Kanonen)

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